GOLDROGER

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Wido Schmitz

Es gleicht einem mittleren Popmärchen, was Goldroger in den letzten zwei
Jahren erlebt hat: Per Losverfahren erlangt ein bis dato unbekannter Rapper
namens Goldroger 2014 in letzter Sekunde noch eine Teilnahmeberechtigung
für das vom Splash Festival ausgerichtete #MOT-Turnier und streicht gleich
darauf den von Fans wie Kritikern umjubelten Gesamtsieg ein, als wären
Battelturniere für ihn eine nebensächliche Fingerübung. Pop ist eben kein
Verfahren, sondern ein Versprechen. Mittlerweile ist der Dortmunder nicht nur splash!-Bühnen – und Tourneeerprobt, sondern hat auf der Kölner Indie-Instanz Melting Pot Music ein beachtliches Debüt vorgelegt. Allerdings ist “Räuberleiter” keine auf Ami-Beats zusammengeschusterte Ankündigung zur Game-Übernahme, sondern viel mehr eine herzbewegende Zusammenfassung der Gefühlswelt eines melancholischen, doch optimistischen 20-Somethings. Die “Juice” vergibt 4,5 von 6 Kronen und lobt das “riesige Talent des Dortmunder Rappers”. Für das “HHV Mag” zählt er dank “Räuberleiter” “zu den spannendsten Deutschrap- Newcomern 2015”, während sich “Laut.de” sich durch sein “sprachliches Talent und seinen eigenwilligen Vortrag” an “Spoken Word und Poetry Slam” erinnert fühlt. Rogers juveniler „Powerrangerblues“ und jene entwaffnende Ehrlichkeit kombiniert er stets mit einer beachtlichen Technik zwischen Migos-Flows, Singsang-Einlagen und unorthodoxen Reimketten, auf die sich Germanistikstudentinnen mit Dendemann-CDs genauso wie Rucksack-Rapper im Freestylecypher einigen können. Die eigenwillige Neuflage von „Leg’ dein Ohr auf die Schiene der Geschichte“ oder auch sein „Pisse“-Video im
Guantanamo-Look zeugen zudem von einem Bewusstsein für politisches
Weltgeschehen, das im Deutschrap viel zu selten derart unpeinlich und on
point hinterfragt wird. So basiert Goldrogers künstlerische Identität auf dem Zustand einer Generation, die sich keine Pusher-Anzüge durch Koks-Ticken finanziert, sondern lieber Eistee trinkend im Stadtpark philosophiert und ist damit nicht nur ein Dokument des Zeitgeistes, sondern womöglich auch eine stilprägende Blaupause für den deutschen Mittelstands-Rap der Zukunft.

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DateVenueEvent NameCityCountryTicket
13.May 2017E-WerkGoldroger @ Unter Einem Dach FestivalErlangenDE